Ein Praxisbeispiel, das immer häufiger passiert: Ein Unternehmen entwickelt ein KI-Tool für den Kundenservice. Die Testphase läuft hervorragend, das Team ist begeistert, bis kurz vor dem Rollout eine entscheidende Frage aufkommt:
„Dürfen wir das nach AI Act, DSGVO und weiteren EU-Vorgaben überhaupt einsetzen und wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefläuft?“
Niemand kann diese Frage mit gutem Gefühl beantworten. Die Geschäftsführung entscheidet, das Projekt zu stoppen. Ein Vorhaben, in das viel Zeit, Geld und Energie geflossen ist, wandert auf unbestimmte Zeit zurück in „die Schublade“.
Solche Situationen zeigen sehr deutlich, wie stark sich die Rolle des Datenschutzbeauftragten (DSB) gerade wandelt.
🧭 Vom „DSGVO-Menschen“ zur Schaltzentrale für Daten-Compliance
Die DSGVO war nur der Anfang. Die neuen EU-Regelwerke – darunter der AI Act, der Data Act, der Data Governance Act sowie Vorgaben für digitale Dienste und Plattformen – schaffen ein System, in dem Datenschutz, IT-Sicherheit, Datenmanagement und Compliance eng miteinander verwoben sind.
In der Praxis bedeutet das: Unternehmen müssen deutlich mehr im Blick behalten als nur die Frage, ob sie „DSGVO-konform“ sind.
Entscheidend ist jetzt, die gesamte Daten- und Systemlandschaft zu verstehen:
- Wie nutzt das Unternehmen Daten, intern und extern?
- Welche KI-Systeme greifen auf welche Daten zu?
- Wer darf was, wann und auf welcher Grundlage?
- Wie belegen wir diese Entscheidungen gegenüber Aufsichtsbehörden?
Datenschutz rückt damit aus seinem früheren, eher operativen Bereich in die Unternehmenssteuerung.
Er wird Teil der Governance und damit zu einer Führungsaufgabe.
🪑Der DSB sitzt plötzlich an vielen Tischen gleichzeitig
Der frühere Fokus des internen DSBs – Richtlinien schreiben, Auskünfte beantworten, Löschkonzepte prüfen – wird den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht.
Immer häufiger ist die Rolle mitten in den zentralen Unternehmensprozessen verankert:
- in der IT-Sicherheit, wenn es um Protokollierung, Zugriffe oder technische Maßnahmen geht
- im HR-Bereich, wenn KI im Recruiting oder beim Umgang mit Mitarbeitendendaten eingesetzt wird
- im Marketing und Vertrieb, wenn neue Tools Daten an externe Stellen übertragen
- in der Produktentwicklung, wenn KI-Funktionen geplant werden
- in der Geschäftsführung, wenn Haftung, Risiko und strategische Entscheidungen betroffen sind
Der DSB wird damit zu einem Sparringspartner auf Augenhöhe, dessen Einschätzungen nicht nur rechtlich, sondern auch strategisch relevant sind.
📈 Gestiegene Erwartungen treffen auf begrenzte Ressourcen
Viele interne Datenschutzbeauftragte erleben aktuell, wie ihre Rolle wächst, ohne dass zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden.
Sie…
- tragen den Datenschutz zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben,
- bewegen sich zwischen alltäglichen Anfragen, Schulungen und Dokumentation,
- müssen parallel neue EU-Regelungen, KI-Anforderungen und technische Themen einordnen.
Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf strategischer Ebene:
- Datenschutz ist heute ein fixer Bestandteil der Unternehmensführung.
- Haftungsfragen rücken näher an die Geschäftsleitung heran. Fehler können teuer werden: finanziell, organisatorisch und persönlich.
- KI- und Digitalisierungsprojekte scheitern immer häufiger an Compliance-Fragen, nicht an der Technik, weil niemand rechtssicher beurteilen kann, ob das Setup hält, was Recht & Regulatorik verlangen.
Die Erwartungshaltung an den DSB explodiert, die Ressourcen wachsen jedoch nicht im gleichen Tempo mit.
🧩 Warum externe DSB zum Erfolgsfaktor werden
Interne DSBs haben (hoffentlich) einen Vorteil: Sie kennen Systeme, Abläufe, Verantwortlichkeiten und die Kultur im Unternehmen.
Doch niemand kann neben dem Tagesgeschäft gleichzeitig zum Spezialisten für KI-Recht, Data Governance, IT-Security, EU-Regulierung und Haftungsfragen werden.
Hier kommt externe Unterstützung ins Spiel: nicht als Konkurrenz, sondern als Verstärkung!
- Wir bringen Spezialwissen zu neuen EU-Regelungen mit, inklusive AI Act, Data Governance & Co.
- Wir sehen täglich, woran KI- und Digitalprojekte in anderen Unternehmen scheitern oder erfolgreich werden.
- Wir helfen, Daten-Compliance, IT-Sicherheit und Geschäftsmodell sinnvoll zusammenzubringen.
- Wir denken Datenschutz aus Sicht der Geschäftsführung mit, inklusive Risikomanagement und Reputation.
- Wir entlasten interne DSBs, statt sie zu ersetzen und machen sie stärker gegenüber der eigenen Organisation.
Das wirkungsvollste Modell ist daher keinesfalls „intern oder extern“, sondern ein cleveres Zusammenspiel beider Seiten. So bleiben Unternehmen innovationsfähig und gleichzeitig rechtssicher.
♥️ MeineBerater-Tipp
Wenn Ihre internen DSBs das Gefühl haben, sie müssten gleichzeitig Feuer löschen, Projekte retten und neue EU-Regelungen interpretieren, ist das kein Spaziergang und in vielen Fällen auch gar nicht möglich.
Genau hier setzen wir von MeineBerater an:
Wir unterstützen Unternehmen als externe Experten in Datenschutz, KI und Compliance, helfen bei der Umsetzung neuer EU-Regelungen, begleiten KI-Projekte aus datenschutzrechtlicher Sicht und stärken sowohl die Geschäftsführung als auch interne DSBs mit praxisnahem Know-how und klaren Strukturen.
Gerne stehen wir Ihnen für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung.😊
Sie erreichen uns unter office@meineberater.at.