1. September 2026 | Podcast

#44

CC an mich selbst, Kündigung inklusive Wie E-Mail-Weiterleitungen einen Vorstand den Job kosteten

Acht Jahre tadellos im Amt, kurz vor der Rente, und dann das: Eigene private E-Mail-Adresse ins CC, das ändert alles!

Willkommen zu einer Folge, die beweist, dass man sich manchmal selbst am gründlichsten ins Bein schießt, indem man sich selbst eine E-Mail schickt. Oder wie in diesem Fall gleich neun. In der Numerologie soll die Neun ja für Vollendung und den Abschluss eines Zyklus stehen, in diesem Fall war das wohl weniger spirituell gemeint. 😬

Was erwartet Sie in dieser Folge?

💡 Warum das Weiterleiten einer E-Mail an die eigene private Freemail-Adresse rechtlich alles andere als banal ist

💡 Wieso „ich habe doch nichts verraten“ hier keine Rettung war, obwohl es sogar stimmte

💡 Warum ein offenes CC am Ende mehr gegen ihn sprach als für ihn

💡 Warum eine angebliche Absprache mit dem Ex-Chef die Sache nicht besser, sondern schlimmer machte

💡 Und wieso ausgerechnet die eigene Absicherungs-Strategie zum stärksten Argument gegen ihn wurde

Zum Hintergrund des Falls

Ein langjähriger Vorstand einer deutschen Aktiengesellschaft leitet über zwei Monate hinweg insgesamt neun E-Mails an seine private Gmail-Adresse weiter, ganz offen, im CC, für alle sichtbar. Mit dabei: Gehaltsabrechnungen, Provisionsdaten von Kolleginnen und Kollegen, heikle Compliance-Anfragen und mehr. Als das auffliegt, steht plötzlich seine gesamte Karriere auf dem Spiel, und ganz nebenbei wird auch noch juristisch gestritten, ab wann genau der Aufsichtsrat eigentlich „wusste, was er wusste“. Diesmal sind wir zur Abwechslung mal zu Gast bei einem deutschen Oberlandesgericht, nicht bei der österreichischen Datenschutzbehörde.

Kleiner Insider für unsere Stammhörer: Wir gehen in dieser Folge übrigens etwas großzügiger mit den Wörtern „sensibel“ und „hochsensibel“ um, als wir das sonst tun. Keine Sorge, wir haben nicht plötzlich unsere juristische Sorgfalt verloren, wir erlauben uns nur ein bisschen sprachliche Freiheit. 😉

Für wen ist diese Folge spannend?

🎯 Für Führungskräfte, die sich selbst schon einmal berufliche Unterlagen „zur Sicherheit“ weitergeleitet haben

🎯 Für Aufsichtsräte und Vorstände, die wissen wollen, wo genau Selbstschutz zum Rechtsbruch wird

🎯 Für alle, die glauben, offene Transparenz schütze automatisch vor Konsequenzen

🎯 Für jeden, der denkt: „Ist doch nur an mich selbst, was soll da schon sein?“ 😉

Unser Fazit

Was man sich selbst schickt, bleibt trotzdem eine Datenverarbeitung. Ausdrucken statt Speichern? Auch keine Lösung, da sind wir mit dem Gericht ganz einer Meinung. Alle anderen tun das auch? Pech gehabt, es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Und gute Absichten ersetzen keine Rechtsgrundlage, egal wie oft man sich das selbst einredet. 😅

🎙️ Jetzt reinhören in Folge 44 von

DSGVOMG – Mein Datenschutztheater
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Fotocredits: Foto Fischer Graz

Moderation: Birgit und Erich von Maurnböck

Produziert von DAS POD

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